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Düsseldorf. (MR) Das war sie also, die Saison 2016/17 – für die Düsseldorfer EG endete sie auf dem undankbaren 11. Tabellenplatz,... Saisonvorgabe um zwei Punkte verfehlt: DEG geht frühzeitig in die Sommerpause – ein Saisonrückblick
Daniel Kreutzer und die DEG sind bei den Playoffs nur Zuschauer - © by EH-Mag. (DR)

Daniel Kreutzer und die DEG sind bei den Playoffs nur Zuschauer – © by EH-Mag. (DR)

Düsseldorf. (MR) Das war sie also, die Saison 2016/17 – für die Düsseldorfer EG endete sie auf dem undankbaren 11. Tabellenplatz, nachdem man in den beiden Vorjahren auf fünf abgeschlossen hatte und dann im Halbfinale (2015) bzw. Viertelfinale (2016) Schluss war.

Eine Saison mit Höhen und Tiefen, Überraschungen und (noch mehr) Enttäuschungen für das als Playoff-Aspirant gehandelte Team von Christof Kreutzer, das in dieser Saison eben nicht „irgendwie in die Playoffs“ gekommen ist.

Die – zugegeben wenigen – Neuzugänge wurden allesamt als namhaft und „mit Potential“ eingestuft, das Team hatte zu Saisonbeginn auf dem Papier noch immer den mit 26,4 Jahren dritt-jüngsten Altersdurchschnitt der Liga, wobei aber die jüngsten Neuzugänge Johannes Huß und Nicklas Mannes jeweils nur zu zwei Einsätzen kamen, auch Leon Niederberger durfte nur 7 Male das DEG-Leibchen überstreifen. Auf dem Eis jedoch waren oftmals mehr die „Eis-Opas“ zu sehen, die Herren, die am Ende ihrer Karriere stehen (oder zumindest ihren Zenit überschritten haben) und entsprechend der Konkurrenz und vor allem dem Gegner zu oft nur hinterherhechelten. Als sich dann Christoph Gawlik, von dem man sich bereits im Vorjahr einiges versprochen hatte, der aber verletzungsbedingt nicht in Erscheinung getreten war, erneut im dritten DEL-Spiel verletzte und seit Anfang Oktober auch noch Kapitän Daniel Kreutzer verletzungsbedingt längerfristig ausfiel, fehlte die Durchschlagskraft vor dem Tor, zumal auch Vorjahres-Topscorer Ken Andre Olimb nicht adäquat hatte ersetzt werden können. Drayson Bowman fand sich in anderen, verschiedenen Reihen wieder und tauchte unter. Das besserte sich erst, als Brandon Yip hinzukam, der wirklich eine Bereicherung für das Team darstellte. Anders als Neuzugang Alex Barta, von dem man sich trotz seiner 33 Lenze einiges mehr versprochen hatte – zu Beginn noch ganz ordentlich ließ er im Laufe der Saison immer mehr nach und wurde gar in der Schlussphase als überzähliger Stürmer nicht mehr berücksichtigt. Als ziemlicher Fehlgriff hat sich allerdings Nachverpflichtung Adam Courchaine erwiesen, ein Mann, dessen Defizite man eigentlich aus der Vergangenheit und seinen problematischen Stationen nach seiner Zeit bei der DEG hätte (er)kennen müssen. Auch er fand in den letzten Spielen keine Berücksichtigung mehr. Ein Daniel Weiß war sicherlich nicht unbedingt als Scorer verpflichtet worden, seinen Job als Arbeitsbiene allerdings hat er durchaus gut und mit wenig Schwankungen erledigt.

Dass die neuen bzw. zurückgekehrten Henry Haase und Marco Nowak der Verteidigung mehr Stabilität verliehen haben, kann bezweifelt werden. Insgesamt musste sich die Verteidigung zu oft in die Torproduktion einschalten, wenn es nach vorne nicht klappte. Dann aber fehlte man hinten oder war nicht schnell genug zurück, sodass Mathias Niederberger im Tor manches Mal sträflich allein gelassen wurde. Niederberger allerdings hat sein Team oftmals im Spiel gehalten; ganz dunkel wurde es, wenn er mal nicht den besten Tag erwischt hatte, was bei einem Vielspieler ja durchaus mal vorkommen soll. Da hätte vielleicht Backup Felix Bick doch das eine oder andere Spiel entlasten können oder sollen!

Neben guten Phasen in der Saison kamen immer wieder längere, in denen es einfach nicht laufen wollte. Ärgerlich waren natürlich hohe Niederlagen wie das 5:0 in Berlin, 7:1 in München, 7:1 in Mannheim, 7:2 in Ingolstadt oder auch das 3:7 zuhause gegen Titelverteidiger München und 2:7 gegen Mannheim. Aber auch knappe Niederlagen oder der in der letzten Minute verschenkte dritte Punkt im Spiel – hier noch ganz frisch im Gedächtnis das 3:2 nach Penalty gegen Nürnberg am 48. Spieltag – schmerzten und kosteten in der Summe eine bessere Platzierung. Trainer Christof Kreutzer machte vor allem gegen Ende der Saison mitunter einen rat- und hilflosen Eindruck, wenn er die Reihen immer und immer wieder umstellte – und sich trotz allem nur minimale, kurzfristige Verbesserungen einstellten.

Lichtblicke gab es natürlich auch: so bleibt festzuhalten, dass die DEG 7 von 8 Spielen letztlich für sich entscheiden konnte, in denen sie in die Overtime oder Penaltyschießen musste. Auch gelangen 3 Siege in 4 Derbys gegen den Erzrivalen Kölner Haie. Auch gegen Krefeld und Iserlohn sieht die Bilanz so aus, diese beiden Teams allerdings haben genauso nichts mit den Playoffs zu tun.

Maxi Kammerer (DEG) - © by EH-Mag. (DR)

Maxi Kammerer (DEG) – © by EH-Mag. (DR)

Auch der junge Maxi Kammerer, der jetzt erstmalig die komplette Saison für den achtmaligen Meister auflief, war ein besonderer Lichtblick, erfreute mit Unbekümmertheit und einer großen Portion Spielwitz das eigene Publikum; die Gegner eher weniger, denn Kammerer war dabei auch noch sehr erfolgreich und kann sich in der Schlussabrechnung teamintern auf dem dritten Platz einordnen! Kammerer hat direkt im Anschluss an das Saisonende seinen Kontrakt bis 2020 verlängert und wurde zum DEL-Rookie des Jahres gekürt.

Doch es muss ein Umbruch stattfinden, und diesen hat Stefan Adam, der vor der Saison das Amt des Geschäftsführers übernahm, auch bereits angekündigt. Und er legte auch gleich den Finger in die Wunde: vor allem soll das Team wieder verjüngt werden.

Die Vertragssituationen:

Mit Verträgen für die kommende Saison ausgestattet sind – die Verteidiger Stephan Daschner (29), Tim Conboy (35), Marco Nowak (27), Henry Haase (24), Bernhard Ebner (26), Marcel Brandt (25) sowie die Stürmer Maxi Kammerer (20), Manuel Strodel (25), Alex Barta (34), Alexej Dmitiev (31) und Daniel Weiß (27).

Ob man mit dem „Professor“ Rob Collins, der im März immerhin 39 Jahre alt wird, nochmals verlängert? Sicher ist auch er nicht mehr der schnellste und nimmt sich gerne mal eine Auszeit. Fast legendär sind ja seine kleinen Fouls kurz vor Spielende, die ihn auch gerne mal auf die Strafbank bringen. Andererseits aber macht er jede Reihe besser, in die er gestellt wird, das war in dieser Saison wieder deutlich zu sehen. Und seine Penaltys waren in dieser Saison Gold wert.

Die beiden Routiniers Norm Milley und Chris Minard werden ihre Schlittschuhe an den Nagel hängen, Goalie Felix Bick und Stürmer Alex Preibisch stehen vor einem Wechsel zu anderen DEL-Teams. Ob sich bereits junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aufdrängen oder die per Förderlizenz bei den Partnern geparkten Spieler eine Chance bekommen, ist noch ungewiss. Zugänge aus anderen DEL-Teams oder der DEL2 werden wohl erst nach den Playoffs durchsickern.

Michaela-Ross

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