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NHL Playoffs 2017 – Eastern Conference Final – Pittsburgh Penguins vs. Ottawa Senators

Karlsson gegen alle

 

NHL LogoWie konnten sie soweit kommen?

Pittsburgh verspielte gegen die Capitals eine 3:1-Führung in der Serie, um dann im entscheidenden siebten Spiel mit 2:0 die Oberhand zu behalten. Im Duell der beiden besten Mannschaften der Vorrunde war das Torverhältnis 20:18 für Pittsburgh.

 

Die Senators konnten New York in sechs Spielen bezwingen. Dabei schossen die Rangers mit 20:19 trotzdem mehr Tore als Ottawa.

 

Beide Mannschaften haben inklusive der ersten Playoffrunde bisher jeweils zwölf Partien absolviert.

 

Wie gut kennen sich die Teams?

Die Penguins sind mit dieser Serie der häufigste Palyoffgegner in der Geschichte der Ottawa Senators. In den bisherigen vier Vergleichen siegte Pittsburgh drei Mal. Lediglich auf dem Weg ins Finale 2007 gewannen die Kanadier. Das letzte Duell fand 2013 statt, und die Pinguine siegten deutlich in fünf Partien.

 

In der regulären Saison siegten beide Mannschaften jeweils einmal nach 60 Minuten. Das dritte Spiel gewann Ottawa nach Penaltyschießen. Das Torverhältnis war in der Hauptrunde 11:10 für die Senators.

 

Was wird wichtig?

Sid Crosby

Sid Crosby – © by Media

 

Auf Seiten von Pittsburgh geht es darum einen Weg zu finden, wie Erik Karlsson gestoppt werden kann. Der Schwede knüpfte an die überragende Leistung der ersten Runde gegen die Boston Bruins an, und ist heuer der beste Feldspieler der Playoffs. Karlsson stand bisher bei allen (!) Siegtreffern seiner Mannschaft auf dem Eis. Zwei Tore erzielte er dabei selber, drei weitere Treffer bereitete er vor. Trotz eines leichten Rückgangs bei der Eiszeit auf „nur“ noch knapp 29 Minuten pro Begegnung ist Karlsson mittlerweile mit insgesamt 13 Punkten sogar der Topscorer in Ottawa. Die beiden Haarrisse im Fuß des 26jährigen sind anscheinend immer besser verheilt. Die Penguins müssen Karlsson stoppen oder zumindest soweit aus dem Spiel nehmen, dass er nicht bei jedem Wechsel für Gefahr sorgen kann.

 

Die Aufgabe der Senators wird ungleich schwieriger, weil die Penguine nicht von einem einzelnen Spieler abhängig sind. Guy Boucher hat seinem Team in seinem ersten Jahr in der kanadischen Hauptstadt einen sehr speziellen Spielstil vermittelt. Ottawa versucht das Tempo der gegnerischen Teams zu verlangsamen. Dafür arbeiten alle Spieler systematisch auf allen Teilen der Eisfläche mit. Pittsburgh schaltete allerdings mit den Blue Jackets und Capitals die beiden besten Defensiven der Liga aus. Dabei zeigten die Penguins erneut ihre Qualitäten durch blitzschnelle und überfallartige Konter ihre Stürmer erfolgreich in Szene zu setzen. Speziell die Spiele drei und vier gegen die Rangers haben gezeigt, dass Ottawa mit schnellen Gegenstößen große Probleme bekommen kann. Ob es den Senators gelingt, die erfolgreichste Offensive der Liga auch nur ansatzweise in den Griff zu bekommen, wird mehr Bedeutung haben, als die Leistungen von Erik Karlsson.

 

Im Tor wird es darauf ankommen, dass keiner der beiden Torhüter ein Spiel verliert. Fleury war zwar gegen die Capitals ein Faktor in Spiel sieben, überragend war seine Leistung dennoch nicht. Die Fangquote von 92,7 % ist besser als die seines Gegenübers Craig Anderson (91,4 %), dafür ist der Gegentorschnitt von Anderson etwas niedriger – 2,49 zu 2,55. Beiden reichten bisher solide Auftritte, da die Vorderleute sowohl defensiv und durch eigene Treffer aushelfen konnten.

Wer macht die Tore?

Prinzipiell alle. Die Penguins hatten gegen Washington nicht weniger als zehn verschiedene Torschützen. Trotzdem waren die üblichen Verdächtigen wieder sehr erfolgreich. Evgeni Malkin (3), Phil Kessel (3), Sidney Crosby (2) und Patric Hornqvist (2) waren für die Hälfte der Tore verantwortlich. Dazu erzielte Rookie Jake Guentzel wie schon in der ersten Runde die meisten Treffer (4). Der Siegtreffer von Bryan Rust im siebten Spiel in Washington zeigt aber erneut, dass Pittsburgh auch in den hinteren Reihen Spieler für die entscheidenden Momente hat.

 

Auch bei den Senators trugen sich verschiedene Akteure in die Torschützenlisten gegen New York ein. Allerdings ragte Jean-Gabriel Pageau mit seinen sechs Treffern – vier davon erzielte er alleine in Spiel zwei – etwas heraus. Problematisch könnte für Ottawa allerdings werden, dass die Formkurve bei einigen Spielern bereits wieder nach unten zeigte. Bobby Ryan und Clarke MacArthur bleiben ohne Tor in Runde zwei, Derrik Brassard traf nur noch einmal. Komplett ohne Erfolgserlebnis ist weiterhin Alexandré Burrows. Stattdessen handelte sich der Stürmer einige unnötige Strafen gegen New York ein. Gegen die Penguins könnte das kostspielig werden (s.u.), weshalb Burrows besser endlich selbst treffen sollte.

 

Überzahl oder Unterzahl?

Nach einer überragenden ersten Runde gegen die Columbus Blue Jackets, kühlte das Powerplay der Penguins etwas ab. 21,6 % Erfolgsquote sind jedoch noch immer deutlich besser als die 14,6 % der Senators. Ottawa erzielte gegen New York nur ein Tor bei eigener Überzahl. Zudem kassierte Ottawa bisher die meisten Strafen der Teams in der Eastern Conference, so dass die Penguins die Quote in Überzahl vielleicht wieder verbessern können.

 

Die Senators müssen zuerst einmal vermeiden zu viele Strafen zu kassieren. Mehr als 14 Strafminuten pro Begegnung entsprechen rechnerisch sieben Überzahlspielen für Pittsburgh. Zwar ist das Unterzahlspiel von Ottawa mit 87,5 % zusammen mit dem von Nashville das Beste der verbliebenen vier Mannschaften, aber nur aufs Penalty Killing sollten sich die kanadischen Hauptstädter nicht verlassen.

 

Zuhause oder Auswärts

Die Penguins holten direkt die ersten beiden Spiele in Washington und gewannen auch in Spiel sieben auf fremdem Eis. Dazu kommt eine Bilanz von 4:2 in der heimischen PPG Paints Arena, die eine Bestätigung der Heimstärke in der Hauptrunde war.

 

Nach drei Auswärtssiegen in Boston, hatte Ottawa im Madison Square Garden wesentlich mehr Probleme zu gewinnen. Die beiden ersten Auswärtsspiele gingen jeweils deutlich mit 1:4 verloren. Dafür waren die Heimspiele im Canadian Tire Centre besser als in der ersten Runde, und die Senators erzielten im Schnitt mehr als vier Tore in ihrer Heimat.

 

Wer gibt die Anweisungen?

Mike Sullivan bastelt bereits in der zweiten Spielzeit in Pittsburgh an seinem Legendenstatus in der „Steel City“. Die Penguins spielten gegen Pittsburgh ohne ihren besten Verteidiger, ohne ihren besten Torwart, der beste Stürmer fehlte eine Partie verletzt, und von den verbliebenen Abwehrspielern fielen zwischendurch auch noch einige aus. Dazu schienen die Capitals nach dem fünften und sechsten Spiel den Schlüssel zum Sieg gegen Pittsburgh gefunden zu haben. Sullivan fand aber die richtige Taktik für die entscheidende Partie, und könnte der erste Trainer seit Scotty Bowman werden, der eine Mannschaft zur erfolgreichen Titelverteidigung führt. In der NHL und in Pittsburgh.

 

Guy Bouchers Amtszeit in Ottawa ist noch kürzer als die von Sullivan bei den Penguins, aber auch der Kanadier hat sich in diesem kurzen Zeitraum bereits einen sehr guten Ruf erarbeitet. Zwar sind Mike Babcock, John Tortorella, und Todd McLellan für die Auszeichnung als Trainer des Jahres nominiert, aber Boucher ist im Gegensatz zu seinen Kollegen immer noch mit seiner Mannschaft in den Playoffs vertreten. Bouchers Spieler haben die Taktik ihres Trainers voll verinnerlicht, und der bisherige Erfolg gibt dem 45jährigen Recht. Gegen Pittsburgh ist die Situation psychologisch sogar noch komfortabler geworden. Die Senators sind klarer Außenseiter und haben mit dem Erreichen der Finalserie im Osten ihre Saisonziele bereits übertroffen. Boucher kann ohne großen Druck Anweisungen geben. Diesen Luxus hatte ein Barry Trotz im Duell mit den Penguins nicht.

 

Wer spricht deutsch?

Tom Kühnhackl. Entscheidender ist allerdings die Frage, welcher Deutsche spielt, denn Kühnhackl war im siebten Spiel nicht im Einsatz. Carter Rowney ersetzte den Landshuter in der vierten Reihe der Penguins, spielte aber noch weniger als Kühnhackl. Pittsburgh gewann allerdings das Spiel und die Serie, was durchaus dafür sprechen könnte, dass Tom Kühnhackl auch gegen Ottawa vorerst mit der Rolle auf der Tribüne vorlieb nehmen muss.

 

Wie geht es aus?

Wer soll die Penguins auf dem Weg zur Titelverteidigung noch aufhalten? Von den verbliebenen vier Teams sind die Senatoren auf dem Papier das schlechteste. Doch auch gegen Boston und New York gab es genügend Fragezeichen hinter einem Weiterkommen von Ottawa. Erik Karlsson ist aktuell der beste Spieler der Playoffs und kann sein Team scheinbar im Alleingang zum Sieg führen. Allerdings hatten die Bruins und die Rangers nicht die Klasse und das Tempo der Pinguine im Angriff. Ein Karlsson reicht nicht gegen Crosby, Malkin & Co. Pittsburgh siegt in sechs Spielen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktion