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Iserlohn Roosters schießen Meister München von der Tabellenspitze ab!
Iserlohn Roosters

Copyright: Jan Brüggemann, Eishockey Magazin

Iserlohn. (MK) Diesen versöhnlichen Abschluss hätten noch vor einigen Wochen die wenigsten Fans ihren Iserlohn Roosters zum Ende der Hauptrunde zugetraut. Mit einem hochverdienten 5:2 Sieg gegen den amtierenden Deutschen Meister aus München gewannen die Sauerländer ihr letztes Heimspiel der Hauptrunde.

Eigentlich müsste man Lou Caporusso mit zwei Toren und zwei Beihilfen als Spieler des Nachmittags herausheben. Das wäre aber gegenüber den anderen Iserlohner Spielern nach einem solchen Auftritt ungerecht. Der Mann mit der #9 besorgte den 1:1 Ausgleich (10.) und das 2:1 in der 13. Minute. Im Mitteldrittel legte er Denis Shevyrin das 3:1 auf. Kurz nach Wiederbeginn im letzten Drittel servierte Caporusso für Greg Rallos 4:2. Den Schlusspunkt setzte Dave Dziurzynski per Empty-Net-Goal 21 Sekunden vor dem Ende zum 5:2 Endstand. Torwart Chet Pickard war erneut ein starker Rückhalt. Der Slogan „Eine Region, ein Team, eine Leidenschaft“ beschreibt den augenblicklichen Zusammenhalt im Roostersteam vielleicht am treffendsten.

Die Eissporthalle am Seilersee glich nicht erst in den Schlussminuten einem Tollhaus. Ausgiebig wurde der Sieg von Fans und Mannschaft gemeinsam gefeiert. Für die Fans gab es Freibier. Trainer Jari Pasanen musste sogar auf dem Eis ein Tänzchen hinlegen. (Ein Stimmungsvideo dazu folgt in Kürze)

Red Bull München wurde am Seilersee übrigens, wie fast nicht anders zu erwarten, mit einem Transparent („RB zerfetzen“) begrüßt. Die ultra-übliche Stimmung gegen den Namenssponsor hielt sich aber ansonsten im Rahmen früherer Auftritte.

Fotostrecke zum Spiel

Das Team von Don Jackson verlor am Seilersee nicht nur das Spiel, sondern auch die Tabellenführung. Toni Söderholm, Mitglied im Red Bull Trainerstab, sah nach dem Match auf der Pressekonferenz in den Strafen seines Teams einen wichtigen Grund für die Niederlage. Headcoach Don Jackson war zwar auf der Trainerbank, blieb der Pressekonferenz aber fern. Der sympathische Söderholm machte seine Sache hierbei gut, sprach fließend Deutsch und musste auch keine „Satzbausteine“ vom Blatt ablesen.

Er und das RB-Team werden nach einem Abendessen im Iserlohner Restaurant von Ex-Roosterstürmer Michael Wolf ab 21 Uhr den Flug zurück nach München antreten.

Im Kampf um Platz eins stehen die Münchner nun am Mittwoch im Derby gegen Augsburg, am Freitag gegen Köln und nächste Woche Sonntag in Bremerhaven unter Druck, wenn sie den Platz an der Sonne zurückerobern wollen.

Schon am Dienstag geht der Schlussspurt in der DEL-Hauptrunde für die Roosters mit dem Auswärtsmatch in Nürnberg weiter. Am kommenden Wochenende folgen die beiden letzten Auswärtspartien in Wolfsburg und in Berlin. Man darf gespannt sein, wieviel Benzin der Minikader der Roosters noch im Tank hat. An diesem Wochenende überraschte das Pasanen-Team jedenfalls auch in dieser Beziehung extrem positiv.

Nach dem Ende der Hauptrunde dürfte dann auch das lange erwartete „Großreinemachen“ mit einer ausführlichen Saisonaufarbeitung der Roosters stattfinden. Hinter den Kulissen wird schon seit Wochen an den Rahmenbedingungen und am Kader für die nächste Spielzeit gebastelt.

Über gültige Kontrakte verfügen Torwart Mathias Lange (2019), Verteidiger Christopher Fischer (2019), sowie die Stürmer Blaine Down (2018) und Marko Friedrich (2020). Gerüchteweise sollen auch Jason Jaspers, Denis Shevyrin, Dieter Orendorz und Marcel Kahle am Seilersee bleiben. An einer weiteren Zusammenarbeit mit Boris Blank, Lou Caporusso, Dylan Wruck und Ryan Button soll Interesse bestehen. Wer am Ende den Roosters den Zuschlag gibt, hängt wohl auch von der Ernsthaftigkeit der Angebote der (schwedischen?) Konkurrenz ab. Keine Rolle spielen offenbar mehr Brad Ross, Chet Pickard und Hannu Pikkarainen. Bei Noureddine Bettahar bestand zumindest eine vertragliche Option auf eine Zusammenarbeit bis 2019. Bleiben noch weitere Fragezeichen hinter dem Schweden Johan Larsson (30), Troy Milam (36), Michel Periard (37, Karriereende?), Chad Bassen (33), Dave Dziurzynski (27) und Greg Rallo (35).

Torhüter Leland Irving (28, Kookoo/Finnland) ist bislang ein unbestätigtes Gerücht finnischer Szenekenner. Ebenso US-Boy John Albert (Oulo).

Fest steht, dass die Roosters in der neuen Serie etwas schneller und jünger werden müssen. Die Karnevalswoche dürfte bezüglich der meisten offenen Personalien einige Klarheit bringen.

Stimmen und Eindrücke vom Spiel


Redaktion

  • Janina Conradi

    Um Chet Pickard würde es mir wirklich sehr sehr leid tun. Er hat sich in dieser Saison extrem gemausert und ist zu einem wichigen Leistungsträger geworden.