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Bayreuth. (PM) Tomas Vosvrda , vor der letzten und für Bayreuth ersten DEL2-Saison vom tschechischen Extraliga-Club HC Olomouc nach Oberfranken gewechselt,... Eine „fast“ perfekte Saison für den Bayreuther Torsteher
Tomas Vosvrda - Bayreuth Tigers

Bayreuths Goalie Tomas Vosvrda – © by Eh.-Mag. (SD)

Bayreuth. (PM) Tomas Vosvrda , vor der letzten und für Bayreuth ersten DEL2-Saison vom tschechischen Extraliga-Club HC Olomouc nach Oberfranken gewechselt, entwickelte sich nach kurzer Eingewöhnungsphase zum sicheren Rückhalt und zum absoluten Publikumsliebling im Bayreuther Tigerkäfig.

 

Mit einer Fangquote von 92,82% und einem Gegentorschnitt von 2,64 während der Hauptrunde (90,82% und 3,12 in den Playoffs) war der 27-jährige Torsteher einer der ganz wichtigen Faktoren für das gute Abschneiden des Teams vom Roten Main: Platz 8 nach der Hauptrunde, erfolgreiche Pre-Playoffs gegen den SC Riessersee und das Vorstoßen ins Viertelfinale, wo gegen die Top-Mannschaft aus Bietigheim Schluss war. Im Januar wurde Vosvrda darüber hinaus zum Spieler des Monats in der DEL2 gewählt.

 

MT: Tomas, herzlichen Glückwunsch noch einmal zur abgelaufenen Saison. Du und das gesamte Team habt eine Saison gespielt, die euch vorher nur wenige zugetraut haben. Kannst du uns einen Einblick aus deiner Sicht geben?

Tomas Vosvrda: Es war insgesamt eine sehr harte Saison. Wir wussten natürlich, dass es schwer werden würde und wie wir eingeschätzt wurden, aber unser Ziel war von Anfang an der Klassenerhalt. Diesem Ziel wurde alles untergeordnet. Wir haben sehr gute Jungs im Team – jeder steht für den anderen ein und so haben wir meiner Meinung nach auch verdient die Playoffs erreicht. Letztlich kann man durchaus von einer guten und erfolgreichen Saison sprechen. Und ich denke, wenn alles passt, können wir sogar noch etwas besser spielen.

MT: Wie zufrieden bist du mit deinem eigenen Spiel?

Tomas Vosvrda: Insgesamt, wenn ich die komplette Saison betrachte, bin ich schon zufrieden, auch wenn es natürlich immer noch besser geht. Am Anfang, während der Vorbereitung, war es sehr schwer für mich. Ich habe sicher nicht so gespielt, wie ich kann: neue Mannschaft, neue Kollegen, ein völlig anderes System und ein anderer Spielstil wie in Tschechien. Dazu kam, dass ich vielleicht den Kopf nicht ganz frei hatte. Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt schwanger, es gab einige Probleme und war zuhause, etwa 700 Kilometer entfernt. Mit der Zeit, so nach den ersten zehn Spielen in der Hauptrunde, besserte sich das und die Jungs haben mir sehr geholfen. Auch die Playoffs, mit der Ausnahme der zwei Spiele in Bietigheim, liefen ganz gut. Die Spiele in Bietigheim waren schwer für mich. Als Nr. 1-Goalie muss ich besser spielen. Da gibt es keine Ausreden. Mich ärgert das vermutlich am meisten.

MT: Eure Tochter ist im Januar zur Welt gekommen. Es ist alles okay? Verändert man sich, nicht nur als Mensch, sondern vielleicht auch als Sportler?

Tomas Vosvrda: Ja, alles bestens. Meiner Tochter und meiner Frau geht es sehr gut. Sie werden in der neuen Saison auch von Beginn an mit in Bayreuth sein.

Es ist schon ein Unterschied, jetzt als Familienvater. Man sieht einige Dinge gelassener und kann einiges schneller verarbeiten, weil sich einfach die Prioritäten verschieben.

MT: Du hast bereits ein Jahr im Ausland verbracht, bist aber nun zum ersten Mal in Deutschland. Wie bist du zurechtgekommen und wie gefällt es dir in Bayreuth?

Tomas Vosvrda: Ich habe vor zehn Jahren als Junior ein Jahr in Kanada verbracht. Es war aber völlig anders als jetzt in Deutschland. Ich war z.B. der einzige Spieler aus Tschechien in der Kabine. Also war es zwingend nötig, dass ich so schnell wie möglich die Sprache lerne. Nun ist es so, dass die meisten Jungs Englisch sprechen und zudem gibt es fünf oder sechs Jungs, deren Muttersprache Tschechisch ist. Ich versuche, immer auf Deutsch zu antworten, bekomme dann die Antworten aber oft in Englisch oder Tschechisch.  Ich lerne aber ständig dazu und verstehe ca. 80% von dem, was mir auf Deutsch gesagt wird.

In Bayreuth gefällt es mir und auch meiner Frau sehr gut. Es ist alles überschaubar, die Wege sind kurz und man hat alles was man braucht. Wir sind von allen Seiten sehr gut aufgenommen worden. Auch das war ein Grund, meinen Vertrag zu verlängern.

MT: Du hast deine tschechischen Teamkollegen angesprochen. Ist es leichter, wenn man Jungs um sich hat, die die gleiche Muttersprache sprechen?

Tomas Vosvrda: Natürlich ist vieles einfacher. Wen man Unterstützung braucht, ist immer jemand da, der hilft. Bei vielen Dingen, gerade außerhalb des Eishockeys, hat mir zum Beispiel Michal Bartosch, der schon acht Jahre in Bayreuth ist, geholfen.  Aber auch andere im Team sind sehr hilfsbereit – wir haben eine gute Stimmung im Team.

MT: Tomas, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir eine erholsame Sommerpause und viel Freude mit deiner kleinen Tochter und deiner Familie.

Tomas Vosvrda: Vielen Dank und auch ich möchte den Fans, die uns so super unterstützen, eine angenehme Sommerpause wünschen.  Ich freue mich schon jetzt, wenn es im August wieder los geht…

Redaktion

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