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„Die Drittelpause“: Pinguine auf dünnem Eis

Franz Fritzmeier – © by K-Media-Sports TV

So wirklich überraschend kam die Trennung der Krefeld Pinguine von Trainer Franz Fritzmeier nicht mehr. Der letzte Tabellenplatz und eine vernichtende Heimbilanz sind starke Argumente gegen den jungen Trainer. Und dennoch fragt man sich aus der Ferne betrachtet, ob man nicht doch einen längeren Atem hätte haben sollen? Die aktuelle sportliche Bilanz in der DEL ist das eine. Das andere sind die Fragen, warum man erst vor wenigen Wochen ohne große Not mit Fritzmeier optional bis 2019 verlängert hat? Zudem steht Fritzmeier für eine deutlich engere Bindung zum KEV 81, als in den Jahren zuvor. Soweit die Personalie Fritzmeier.

So richtig aberwitzig wurde es gestern, als man offiziell Rick Adduono, den Vorgänger von Franz Fritzmeier, als dessen Nachfolger verkündete. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Trainer nach einigen Jahren erneut bei seinem alten Klub anheuert. Nach gerade einmal 13 Monaten schon. Und man darf sich durchaus die Frage stellen, was da nun besser werden soll? War es nicht so, dass Adduono mit einigen Leistungsträgern einfach nicht mehr „konnte“? Und war es nicht so, dass man gemeinsam mit Fritzmeier den KEV deutlich stärker einbinden wollte, was unter Adduono jahrelang kein Thema war, da der ohnehin lieber auf erfahrene Kanadier, als auf junge hungrige Deutsche setzte?

Offiziell trat Adduono im November 2015 aus eigenen Stücken zurück. Seitdem stand er noch auf der Gehaltsliste der Pinguine und soll als Scout in Nordamerika für die Pinguine tätig gewesen sein. Hat man im zurückliegenden Jahr je gehört, dass ein Spieler auf Empfehlung von Rick Adduono verpflichtet wurde? Wenn ja, dann wäre er ja auch mitschuldig an der aktuellen Misere.
Einzig konsequent scheint im Moment nur Elmar Schmitz zu sein, der noch zwei Trainingseinheiten übergangsweise leitet und sich dann von der ersten Mannschaft zurückzieht.

Es entsteht der Eindruck, als sei die Entscheidung für den Nachfolger (Adduono) des Nachfolgers (Fritzmeier) aus rein finanziellen Gründen gefallen. An eine ernsthafte und nachhaltige Wende kann man nach so einer kurzfristigen Rückkehr nicht wirklich glauben. Adduono ist definitiv ein Motivator, für den Spieler durchs Feuer gehen. Aber das tat ein Teil des aktuellen Teams schon vor einem guten Jahr nicht mehr. Nach solchen Witzentscheidungen werden häufig Begrifflichkeiten wie Herzensangelegenheit, Freundschaft und Hilfe benutzt. Man sollte das besser lassen. Es lässt dieses Trainerwechselspiel nur noch lächerlicher erscheinen, als er ohnehin schon ist.

Rick Adduono © by Eishockey-Magazin (DR)

Ende Februar ist die Hauptrunde beendet. Eventuell auch die Saison der Pinguine. Vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall sollte man schon jetzt versuchen sich neu für die Zukunft aufzustellen. Die enge Bande zum KEV81 sollte auf jeden Fall weiter vertieft werden. Ohne Adduono und mit „frischem (Herz)Blut“ versteht sich.

Die aktuelle Situation ist ja eigentlich schon schlimm genug. Viel schlimmer ist aber das Signal, welches von dieser aktuellen Trainermaßnahme ausgeht. Man nimmt einen ausgedienten Trainer zurück, weil der ohnehin noch auf der Gehaltsliste steht. Kaum vorstellbar, dass es weltweit keine Trainer gibt, die hungrig auf die Pinguine und bezahlbar sind. In Bietigheim, Kassel oder Frankfurt sollte man schon mal die nötigen Groschen zusammenkratzen, um im Falle eines Falles zuschlagen zu können. Die Pinguine scheinen sich auf wirtschaftlich sehr dünnem Eis zu bewegen. Das ist die knallharte Botschaft aus diesem Trainerwechsel. (MK)

Aus unserem Videoarchiv zum Thema Fritzmeier / Adduono


Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten.

Redaktion

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