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Edmonton. In Edmonton gibt es nicht viel, aber in Edmonton gibt es Eishockey. Edmonton und seine „Oilers“, das ist eine ganz... Der Durchbruch von Leon Draisaitl
Draisaitl

Leon Draisaitl – © by Media

Edmonton. In Edmonton gibt es nicht viel, aber in Edmonton gibt es Eishockey. Edmonton und seine „Oilers“, das ist eine ganz besondere Liebesgeschichte.

 

In den 80er Jahren erlebte man hier die absolute Glanzzeit und entwickelte sich durch sagenhafte fünf Meisterschaften zu einer regelrechten Dynastie. Maßgeblichen Anteil an vier dieser Stanley Cup Siege hatte damals der legendäre Wayne Gretzky, der nicht umsonst den Beinamen „The Great One“ (der Großartige) bekam und in Edmonton noch heute mit einer Statue vor der Heimstätte der Oilers verewigt ist. Nachfolgend brach für den Verein allerdings eine lange „Eiszeit“ an, denn seitdem konnte man keine ähnlichen Erfolge mehr verbuchen. In jüngster Vergangenheit beginnt sich das Blatt allerdings zu wenden, zur Freude der Fans und der ganzen Stadt, mitverantwortlich hierfür ist ein deutscher Spieler.

 

Leon Draisaitl ist dieser Spieler. Nicht umsonst wird der gebürtige Kölner, der seine Karriere dort damals im Nachwuchs der Haie begann, von Presse und Fans mittlerweile als „German Gretzky“ (deutscher Gretzky) bezeichnet. 2014 wurde er im NHL-Draft von Edmonton als Nachwuchsspieler verpflichtet, verbrachte seine erste Saison zu großen Teilen in einem sogenannten Farm-Team der Oilers und konnte sich dort nach überzeugenden Leistungen für umso mehr Spielzeit in seiner zweiten Saison empfehlen. Im dritten Jahr schaffte Draisaitl nun den endgültigen Durchbruch. Nicht nur, dass er die vollen 82 Spiele absolvierte, sondern auch, weil er sich rasch zu einem der Stars der Liga entwickelt hat. Am Ende standen für ihn 29 Tore und 48 Torvorlagen zu Buche, neuer Rekord für einen deutschstämmigen NHL Profi, gut genug um zu den Top-10 der ganzen Liga zu gehören. Dieser Leistungssprung ist aber nicht nur Indiz für Draisaitls hohes Potenzial, sondern ebenso für seinen starken Willen, sich stetig zu verbessern. Es muss jedoch auch angemerkt werden, dass ihm diese Saison ein ganz besonderer Mitspieler zur Seite steht. Connor McDavid ist dessen Name, in seiner zweiten Saison machte dieser wie Draisaitl zum ersten Mal alle Spiele mit und konnte selbst die Leistungen des Deutschen noch übertreffen. Um genau zu sein konnte er sogar alle(!) anderen Spieler übertreffen, erreichte die „magische“ 100 Punkte Marke indem er 30 Tore und 70 Vorlagen aufs Tableau brachte. Damit übertraf der Kanadier die Erwartungen aller Experten, die ihn im Draft 2015 klar als zukünftiges Top-Talent einstuften, sogar schneller als erwartet. Dementsprechend wird er in Edmonton sprichwörtlich als Erlöser gefeiert, so wurde er von den Fans auf „McJesus“ getauft. Dieser hohen Erwartungshaltung konnte McDavid in Kombination mit Draisaitl und dem Rest der Mannschaft gerecht werden. Die oben genannten tollen Zahlen der beiden Leistungsträger ließen sich nämlich genauso in tatsächlichen Erfolg ummünzen, mit 47 Siegen schaffte man souverän den Einzug in die Playoffs. Für den Verein allerdings alles andere als Souveränität, denn zum ersten Mal seit 10 Jahren hatte man sich nun wieder für die Post-Season qualifiziert. Folglich erreichte die Euphorie in Edmonton um die Oilers, McDavid und Draisaitl neue Höhen.Selbst unser deutsches Talent geriet darüber ins Staunen.

 

In der Meisterschaftsrunde ging es dann im Achtelfinale als erstes gegen die San Jose Sharks, hier konnte man sich in sechs Spielen durchsetzen und traf daraufhin im Viertelfinale auf die Anaheim Ducks. Dass hier ein schwieriger Gegner warten würde, war von Anfang an klar, nichtsdestotrotz konnte man sich durch Siege in den ersten beiden Spielen eine komfortable Ausgangssituation erarbeiten. Die nächsten drei Partien gingen jedoch verloren und nach einem Kantersieg vor eigenem Publikum kam es dann auf das finale Spiel 7 an. Letztendlich war hier für die Oilers Endstation. Ihre Klasse blitzte in der Serie zwar immer wieder auf, jedoch merkte man, dass es wohl definitiv noch an Erfahrung und Konstanz mangelt besonders im direkten Vergleich mit einer schlitzohrigen Mannschaft wie den Ducks. Ziemlich deutlich wurde dies dadurch, dass man zwei Spiele in der Verlängerung verloren geben musste, darunter in Spiel 5 sogar eine Führung mit 3 Toren Vorsprung. Aus deutscher Sicht bleibt festzustellen, dass es definitiv nicht an Leon Draisaitl lag, im Gegenteil war dieser mit 16 Punkten der klare Leistungsträger in den Playoffs. McDavid blieb hingegen etwas unter seinen Möglichkeiten und auch der Rest des Teams konnte den beiden zu wenig aushelfen.

 

Welche Schlüsse zieht man in Edmonton nun nach dieser Saison? In den Playoffs hat man letztendlich Lehrgeld bezahlen müssen, dies könnten jedoch wertvolle Erfahrungswerte besonders für das neue Traum-Duo der Oilers sein. Laut Experten gehört das Team von Draisaitl in der kommenden Saison zum engeren Kreis der Top-Favoriten, die Buchmacher geben dabei eine Siegesquote von 11.00 für den Stanley Cup Gewinn an (Stand 19.07.2017). Für den Deutschen geht es vorerst in Vertragsverhandlungen mit seinem Klub, da dieser in nicht allzu ferner Zukunft auslaufen wird. Die Kanadier werden aber wohl alles daran setzen, Draisaitl zu halten und ihre beiden Jungstars weiter zu vereinen, denn nicht zuletzt Gretzky hatte nur höchste Töne des Lobes übrig, die Worte der ehemaligen Oilers Legende gleichen schon jetzt einem Ritterschlag.

 

Redaktion

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