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Köln. (Ivo) Der gebürtige Berliner Dshunussov (*12.03.1986) durchlief alle Abteilungen der Berliner Eisbären. Von 2005 – 2007 war er... Daniar Dshunussow – der seltene Held
Daniar Dshunussw - © by ISPFD

Daniar Dshunussw – © by ISPFDDshuni

Köln. (Ivo) Der gebürtige Berliner Dshunussov (*12.03.1986) durchlief alle Abteilungen der Berliner Eisbären. Von 2005 – 2007 war er der Ersatztorhüter der DEL Eisbären. Seine weiteren Stationen waren Hamburg, Wolfsburg und Iserlohn, bevor er 2015 nach Köln wechselte, wohlwissend, dass mit Gustav Weslau eine ziemlich klare #1 bei den Haien ist.

 

Gelegentliche Einsätze (6, der letzte war Anfang Dezember) standen ihm zu Buche, bevor er am Freitag, im vorletzten Vorrundenspiel gegen den Erzrivalen Düsseldorfer EG, wegen der Erkrankung der eigentlichen „Nummer Eins“, Gustav Wesslau, ins >kalte Wasser< geworfen wurde. Aber der fast 30 Jährige zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen mit einer fantastischen Leistung zurück. Dshunussow wehrte 34 der auf ihn abgefeuerten 35 Schüsse, teils bravourös ab und sicherte seinen Haien so einen Platz in den Pre-Playoffs.

 

Sie haben eine famose Leistung gezeigt – was war/ist das für ein Gefühl? Sie waren der Held und wurden auch in der Halle gebührend gefeiert!

Das tut natürlich gut! Wenn man die meiste Zeit auf der Bank sitzt und eigentlich nur so etwas nebenbei  läuft und zuschaut, ist es natürlich umso schöner, wenn man dann in solche Situationen kommt. Diese Momente versüßen einem dann auch wieder die Phasen, in denen man solche Trockenphasen (ohne Spiele) überstehen muss.

Es wurden direkt viele Schüsse auf Sie abgefeuert, aber Sie waren voll konzentriert, haben Ihren Vorderleuten mit Ihrer ruhigen, abgeklärten Art viel Sicherheit gegeben – wie haben Sie die Anfangsphase gesehen?

Ich hatte natürlich auch Glück, dass sie versucht haben, möglichst viele Schüsse von der blauen Linie einfach vors Tor zu bringen und diese dann versucht haben abzufälschen. Diese sind dann bei mir geblieben und ich konnte sie schnell und sicher festhalten. Es freut mich natürlich besonders, dass ich heute in dieser Sache einen echt guten Tag hatte!

Sie hatten jetzt eine ganze Zeit lang nicht mehr gespielt – hatte der Trainer mit Ihnen ein Gespräch geführt und gesagt, dass Sie Ihre Chance noch bekommen?

Wir waren bis jetzt in einer ganz schweren Situation und haben um die Playoffs gekämpft. Er kam dann rein, hatte gesehen, dass der Gustav (Wesslau) halt die meisten Spiele hat, die Nr. 1 ist und – da bin ich auch alt genug – war ich mir im Klaren, dass der Trainer da nicht so gerne Experimente macht. Aber ich wusste halt auch, dass wenn die Saison auf das Ende zu geht, es immer wieder sein kann, dass wenn der Druck groß wird, die Spiele schnell hintereinander kommen, wenn es anstrengend wird, dass dann immer wieder mal Spiele kommen können, in denen ich rein muss, sei es wegen Verletzungen oder Krankheit. Deswegen habe,  und versuche auch immer die Trainingsqualität hochzuhalten, um für solche Fälle auch immer fit zu sein.

Sie haben erst vor kurzem bei den Haien verlängert, obwohl mit Wesslau ein erfahrener Mann vor Ihnen steht! Ist das nicht manchmal frustrierend?

Natürlich, es ist manchmal schon ein schweres Los, jeder möchte gern spielen, weil es halt Spaß macht. Und manchmal gibt es dann Situationen in meiner Rolle, in denen es dann Phasen gibt, in welchen ich dann weniger spiele. Dass wusste ich aber, als ich hier her kam, unterschrieben und auch als ich verlängert habe. Ich wusste halt, womit ich es hier zu tun habe und da mache ich halt das Beste draus. Es sind halt diese Momente, wenn du gegen die Düsseldorfer EG einen Sieg feierst, vor ausverkauftem Haus,  vor über 18.000 Leuten – ein unbeschreibliches Gefühl!

Torwart Daniar Dshunussow  - © by ISPFD

Torwart Daniar Dshunussow – © by ISPFD

In den letzten Partien vor ausverkauftem, oder fast vollem Haus, haben sich die Haie immer schwer getan.

Es ist schon beeindruckend, wenn die Halle so voll ist, 18.000 Menschen – da kann man es keinem verübeln, wenn der ein oder andere den Druck spürt. Umso mehr können wir jetzt froh und stolz sein, dass wir heute von Anfang an eine so konzentrierte Leistung gebracht haben und dann verdient den Sieg gefeiert haben.

Haben Sie sich nicht ein wenig über diesen einen Gegentreffer geärgert, hervorgerufen durch Undiszipliniertheit Ihrer Vorderleute und eine daraus resultierende doppelte Unterzahlsituation?

Nein!

Aber sonst hätten Sie wahrscheinlich ein Shutout feiern können!

Ach, davon habe ich auch schon ein paar gehabt, und ich muss sagen, davon wird das Leben auch nicht besser! Wichtig ist, dass wir den Sieg gefeiert haben. Mir war auch nicht bewusst, wie spät es war, da ich die Zeit nicht so im Auge habe – außer in der letzten Minute! Da muss ich dann wissen, wie viel Sekunden noch zu spielen sind, um das Spiel besser lesen zu können. Ich wusste nicht, wie lange noch zu spielen war. Das Tor musste leer bleiben, damit der Druck auf uns nicht noch größer wurde – glücklicherweise war die Zeit dann auch bald vorbei!

Wie froh sind Sie, dass Sie vor den Playoffs jetzt noch ein Spiel hatten und es dann nicht zu einem Kaltstart kommt?

Es ist immer schwer! Ich muss einfach mit dem relativ großen Druck umgehen können, dass ich lange Zeit nicht gespielt habe und mich umso mehr konzentrieren muss, dass es um sehr viel geht. Ob es jetzt die Playoffs sind, oder so eine Situation, ist eigentlich gleich. Eigentlich war der Druck in der heutigen Situation noch größer, denn es hätte bei einem anderen Ausgang auch ganz anders aussehen können. Denn in Iserlohn muss man erst mal gewinnen.

(Ivo Jaschick)

Redaktion

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